Lindemann

Im Krieg in Mannheim:

Meine Mutter (1999 verstorben) stammt aus der Nähe von Mannheim. Vor und die meiste Zeit während des Krieges lebte Sie in Mannheim. Sie erzählte mir mal, dass Ihre beste Freundin im Krieg in Köln lebte und dort während eines Bombenangriffs verschüttet wurde. Die Freundin war mit Ihrem Kleinkind dann bei meiner Mutter in Mannheim zu Besuch. Bei einem Bombenangriff gingen alle in einen Bunker, die Freundin meiner Mutter blieb aus Angst wieder verschüttet zu werden nicht im Bunker. In der Nähe vielen Bomben, von der Freundin meiner Mutter wurde nichts mehr gefunden.

Meine Mutter wollte nach Bremen. Jemand von Ihrer damaligen Arbeitsstelle erklärte, wenn Sie geht wird er dafür sorgen, dass Sie ins KZ kommt. Die damalige Arbeitsstelle meiner Mutter war bei der Deutschen Reichsbahn (Fahrkartenverkauf, Auskunft) in Mannheim. In Bremen arbeitete meine Mutter nicht bei der Reichsbahn. Ich denke, eine Art Dienstverpflichtung gab bei der Reichsbahn nicht, ohnehin war meine Mutter nicht in der Nazi-Partei.

Wobei für Denunzianten haben wir nichts übrig.

Die Falschen eingeladen:

Meine Mutter ging in Bremen-Burg zu einer Dienstleistung, dumm nur, was Sie nicht wissen konnte (meine Mutter stammte ja aus der Nähe von Mannheim), diese Leute hatten eine Funktion bei den Nazi, welche weiß ich nicht.

So dachte Sie sich nichts dabei und hat dann irgendwann (in den1950Jahren) die Leute zum Sonntagnachmittags-Kaffee eingeladen. Als meine Mutter meinem Vater von der Einladung (kurz bevor die Leute kommen sollten) erzählte, gab es einen großen Krach. Aber zu spät absagen konnte Sie nicht mehr, die waren sicherlich schon unterwegs. Mein Vater und sein Bruder gingen zum Mittagschlaf ins Bett. Meine Mutter erzählte denen dann, mein Mann hat viel Arbeit und muss sich ausruhen. Später sind wir dann wegen der Dienstleistung nach Bremen-Grohn gegangen.

Falscher Freund:

Evtl. auch in den 1950 Jahren kam Jemand (ehemaliger Soldat) den mein Vater wohl im Krieg kennen gelernt hat und wollte meinen Vater besuchen, der Freund (oder ehemalige Kamerad) war meiner Mutter nicht ganz geheuer (Sie dachte ein Nazi) und schickte Ihn weg. Später erzählte Sie es meinem Vater und Der sagte Ihr, dass war tatsächlich ein überzeugter Nazi und dass meine Mutter richtig gehandelt hat.

Zu meiner Mutter:

Also meine Mutter hatte eine Kaufmännische Ausbildung, aber diese auf der Handelsschule mit Abschluss nachgeholt, zuvor hatte Sie Schneiderin gelernt.

Meine Mutter ist aus Baden, aber den Dialekt mochte Sie nicht!

Mit Ihrer Schwester, meiner Tante, unterhielt Sie sich nur auf Hochdeutsch. Meine Mutter mochte Ihre Schwägerin absolut nicht weil die den Dialekt sprach, das hat mir meine Mutter hinterher gesagt. Wir waren mal in Baden, mit der Verwandtschaft meiner Mutter die Dialekt sprachen, war die Beziehung auch nicht so toll. Meine Mutter verstand zwar was gesprochen wurde. Bei meiner Mutter zu Hause in Mannheim (Familie Künzel) wurde auch Hochdeutsch gesprochen.

Zu meinen Großvater:

Mein Großvater war Beamter und war zweiter Chef beim Mannheimer Hauptbahnhof. Mein Großvater sollte befördert werden und einen eigenen Bahnhof als Chef leiten, die Beförderung hat mein Großvater während der Nazi-Zeit abgelehnt. Erst nach dem Krieg nahm mein Großvater die Beförderung an.


Mein Bruder, Albert Lindemann, ist im Alter von 6 Jahren in der Hamburger Heidberg-Klinik am Ohr operiert worden, dabei wurde ihm ein Nerv durchgeschnitten. Nach der Operation hatte er seither wenn er lachte oder redete ein schiefes Gesicht. Dafür kann er nichts und darunter leidet er seither sehr! Der Nerv sollte wenn er Erwachsen ist wieder zusammengefügt werden, aber als mein Bruder 19 Jahre alt war wollte die Klinik das nicht machen! Ich meine, Ihn nicht darauf ansprechen!